Link zu bremen.antifa.net Logo: fight the right ones!
Linktipp: Das Recherche- und Medienkollektiv "Recherche Nord"
   
Startseite
was geht ab?
was ging ab?

Enemy
Lesestoff
Specials
Presse & Co.
Rechtshilfe
Spiel & Spaß

Links
Adressen
Kontakt
Stellungnahme einiger Antifas
zur Outing-Aktion beim Bremer Nazi-Hool Hannes Ostendorf.

Dokumentation einer Stellunganhme von einigen an der Outing-Aktion beteiligten Antifas:

Nachdem in letzter Zeit von allen möglichen Seiten sehr viel Unsinn über das Outing von Hannes Ostendorf als Nazi durch Bremer Antifas Mitte Dezember verbreitet wurde, wollen wir unsererseits mal einiges klarstellen:

Diese Aktion galt nicht der Hooliganszene an sich, sondern (wir trennen das!) dem Teil, der aktiv Nazis unterstützt, bzw. selber Nazi ist. Dass es in der Hoolszene auch enge Verknüpfungen zu Nazis gibt, kann wohl niemand abstreiten. Dies ist allgemein auch nichts neues und es wäre für uns kein aktueller Grund für eine solche Aktion gewesen. Der Anlass waren vielmehr die Übergriffe, an denen Hannes O. aktiv beteiligt war: Während der Demo gegen die Innenministerkonferenz in Bremen warteten er, Hendrik Ostendorf, Andre Sagemann und weitere Kameraden (deren Namen wir erst bei wiederholtem Auftreten veröffentlichen werden) an abgelegenen Stellen auf vereinzelte Demoteilnehmer und versuchten diese zu verprügeln. Nachdem sie sich einmal etwas verschätzten und aus den drei angegriffenen Personen (sie selber waren zu fünft) plötzlich sieben wurden, zogen sie sich aus der Nähe der Demo zurück. Später am Abend machten sie dann mit mindestens neun Kameraden "Jagd" auf kleine Gruppen anders aussehender Jugendlicher. Mit dem vielbeschworenen "Mann gegen Mann" hatte das wohl kaum etwas zu tun. Außerdem war das eine klare politische Aktion (passend zu ihren politischen Zielen), von ihnen aus geplant und durchgeführt, kein Zufall, Versehen o.ä.

Solche Sachen werden wir nie unbeantwortet lassen, egal wer es gemacht hat. Bis jetzt wurden die Verantwortlichen immer gefunden und entsprechend "belohnt". Das wird auch in Zukunft so bleiben. Aus diesem konkreten Anlass ist etwas gegen Hannes O. gelaufen. Wir wollen niemanden in die rechte Ecke drängen, sondern decken das auf, was vorhanden ist und beurteilen es entsprechend.

Hannes Ostendorf wurde auch deswegen ins Rampenlicht gerückt, weil er eine der wesentlichen Triebfedern der Band "Kategorie C" ist. Diese Band ist ein aktives Bindeglied zwischen Hool- und Naziszene. Die Texte von "KC" handeln zwar lediglich von Fußball und Hauereien, aber ihre Offenheit gegenüber und Verknüpfung mit der Naziszene hat sie oft genug bewiesen. So hat "KC" des öfteren mit offensichtlichen Nazibands zusammengespielt (z.B. im Mai 2001 in Chemnitz ein "Soli-Konzert" für "Landser" u.a. zusammen mit der ungarischen B&H-Band "Archivum"), ihre Platten erscheinen auf Nazilabels (z.B. "Hungrige Wölfe" erschienen bei PC-Records, die auch schon Platten von Hannes ehemaliger Band "Nahkampf" veröffentlicht haben) und sie haben neben Bands wie "Landser", "Stahlgewitter" oder "Nahkampf" einen Beitrag zum - nicht ohne Grund - indizierten Sampler "Die Deutschen kommen II" beigesteuert. Auf den Konzerten tummeln sich verdammt viele Nazis, die Aufforderung an uns doch mal zu den Konzerten zu gehen ist blanker Hohn (außerdem waren welche drin, da könnt ihr euch sicher sein; wir bilden uns nämlich grundsätzlich unser eigenes Urteil, und plappern nicht irgendwelche Vorurteile nach). Die Konzerte von "KC" sind für organisierte Nazis willkommene Schnittstellen zur Hoolszene, was dabei rauskommt, ist im ersten Absatz zu lesen. Einer der Motoren dieser Ausrichtung und Verbindung ist Hannes Ostendorf, der von seinem Bruder Hendrik "Ossi" Ostendorf kräfig unterstützt wird. "Ossi" ist in der Nazirockszene aktiv ,u.a. für "Blood&Honour" und hat dort für "KC" diverse Kontakte hergestellt.
Mehrere (Ex-)Bandmitglieder spielen bzw. spielten bei einschlägigen Nazibands. Hannes O. war in den letzten Jahren als Sänger der Band "Nahkampf" aktiv, der mittlerweile Ex-Gitarrist Frank Temel spielt inzwischen wieder bei seiner Ursprungsband "Boots Brothers" und der "KC"-Gitarrist Rainer Friedrichs spielte vor "KC" bei "Patriotic Bois". Der aktuelle Schlagzeuger Frank ist gleichzeitig Schlagzeuger der Bremer Naziband "Endstufe".

Die genannten Punkte widersprechen eindeutig der nach außen getragenen Selbstdarstellung von "KC" als unpolitischer Hoolband. Zum Abschluss möchten wir nochmal, um sämtliche Missverständnisse zu vermeiden, betonen, dass wir prinzipiell nichts gegen Hooliganismus haben. Auch von uns können bekanntermaßen einige den Kick einer anständigen Randale nicht widerstehen (oder warum trifft man immer welche von euch am 1.Mai in Berlin?). Allerdings kann nicht jeder den Kick nachvollziehen sich mit anderen Menschen aufgrund eines Zugehörigkeitsgefühls zu einem Verein zu boxen, aber das ist eben Ansichtssache. Solange das unter Gleichgesinnten passiert, ist das für uns kein Thema. Wenn aber Hools (oder wer auch immer) sich rassistisch, faschistisch oder ähnlich scheiße verhalten, ist Schluss mit lustig!

So definieren wir "Fußball ist Fußball und Politik ist Politik".
Viele Grüße, einige Bremer Antifas



 
Druckansicht
Link zu dieser Seite versenden!
Kommentare, Hinweise, Ergänzungen?
Diese Seite wurde zuletzt geändert am: 15.08.2003
URL dieser Seite: bremen.antifa.net/was_ging/stellungnahme_ostendorf.php