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Presseerklärung
zum Nazi-Aufmarsch am 23. Juni 2001 in Bremen-Nord.

Dank Polizei - Bremen neues Aufmarschgebiet der rechtsextremen Szene.
Heute, am 23.06.01, konnte der faschistische Mob der NPD unter Mithilfe sogenannter Freier Kameradschaften durch Bremen Vegesack/Aumund marschieren. Geschützt und begleitet durch 1600 PolizistInnen, ausgerüstet mit Hunden und Wasserwerfern, "demonstrierten" ca. 150 FaschistInnen durch die Straßen Vegesacks. Es wurden verbotene Parolen gerufen, Reichskriegsflaggen geschwenkt und die Solidarität mit den Großvätern aus der Waffen-SS bekundet. Vor dem Naziaufmarsch liefen vermummte SEK-Einheiten, aus dem Lautsprecherwagen tönte das Lied: "Oh du schöner Westerwald" und hinten rundete ein Wasserwerfer das Bild ab.

Begleitet wurde der Aufmarsch von Protesten autonomer AntifaschistInnen, SchülerInnen, deutscher und ausländischer BürgerInnen. Mehrere hundert Menschen versuchten mit unterschiedlichsten Aktionsformen ihren Unmut über den erneuten Aufmarsch von RechtsextremistInnen zu bekunden. Mit spontanen Sitzblockaden, Transparenten und "Nazis-raus"-Rufen brachten sie ihren Protest zum Ausdruck. Doch die vom neuen Innensenator Böse befehligte Polizei hat sich voll in den Dienst des braunen Mobs begeben. Die Polizei, insbesondere die BFE (Beweis- und Festnahmeeinheit), reagierte mit unangebrachter Härte auf jeden Versuch von Protest. Einige junge SchülerInnen, die eine kurze Sitzblockade versuchten, wurden von PolizistInnen brutal weggeknüppelt. Ein paar junge Menschen, die ein Transparent an einer Brücke befestigen wollten, wurden unter fadenscheinigen Gründen festgenommen. Insgesamt gab es 28 Festnahmen. Eine Sprecherin des Bündnisses autonomer Gruppen in Bremen sagte dazu: "So wie die Polizei heute den Nazis den Weg freigeknüppelt hat, müssen wir leider mit weiteren Naziaufmärschen in Bremen rechnen. Das Polizeikonzept ist doch eine klare Einladung an alle Rechten bundesweit, kommt nach Bremen, dort könnt ihr ungestört demonstrieren."

Da mit weiteren Aufmärschen in und um Bremen zu rechnen ist, wird sich der antifaschistische Widerstand entsprechend verschärfen. Es reicht einfach nicht mehr aus, Nazidemonstrationen mit Rockmusik gegen Rechts zu begleiten, wie es zum Beispiel das Bündnis "Vegesack gegen Rechts" heute probiert hat. Auf dem "Fest gegen Rechts" waren zum Teil weniger Menschen als rund um den Aufmarsch. Dies ist ein deutliches Zeichen, dass die Menschen in Bremen es nicht bei symbolischem Protest belassen wollen, zumal das noch keinen Nazi aus der Stadt getrieben hat.

Ob Herr Böse und seine Polizei auf Dauer ihr Konzept von "Null Toleranz" durchziehen können, wird sich beim nächsten Aufmarsch zeigen. Während er und andere auf das NPD-Verbot warten, ziehen die braunen RattenfängerInnen weiter durch unsere Straßen und ködern neue MitläuferInnen. Davon scheint es in Bremen einige zu geben, manche würden sogar gerne eine Bombe legen, um unliebsame GegnerInnen auszulöschen. Soweit darf und wird es nicht kommen!

Deshalb gilt auch in Zukunft: Keine Stadt, keine Route, keine Ruhe den Nazis!

Antifaschistisches Bündnis Bremen



 
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Diese Seite wurde zuletzt geändert am: 16.09.2003
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