![]() |
![]() |
||||||||||||||||
| Startseite > Specials > 23. Juni 2001 > Einschätzung der Antifa-Infogruppe | |||||||||||||||||
| Linktipp: Das Recherche- und Medienkollektiv "Recherche Nord" | |||||||||||||||||
|
Startseite was geht ab? was ging ab? Enemy Lesestoff Specials Presse & Co. Rechtshilfe Spiel & Spaß Links Adressen Kontakt |
Rückblick auf den 23. Juni 2001 von der Antifa-Infogruppe Bremen. 1 Rassist lässt 150 rassistischen Schlägern von 1500 Schlägern den Weg freimachen Am 15. Januar 2000 erfolgte ein zweiter Aufmarsch mit etwa 100 Nazis, diesmal in Weyhe (10km südlich von Bremen). Wieder konnte der Aufmarsch stattfinden, es waren deutlich mehr junge Neonazis aus Bremen und dem Umland dabei als noch vor 8 Monaten in Bremen-Blumenthal. Etwas länger als 13 Monate hat es gedauert, bis die regionale Naziszene erneut einen Aufmarsch anmeldete, diesmal in Bremen-Vegesack. Die Versuche, den Aufmarsch verbieten zu lassen, scheiterten. So konnten am 17. Mai 2001 über 100 Nazis auf dem Aumunder Marktplatz zusammenkommen und eine kurze Strecke marschieren. Die Bremer Polizei schien die antifaschistischen Proteste an diesem Tag unterschätzt zu haben. So gelang es vielen Menschen in das Aufmarschgebiet zu sickern, Protest zu äußern, die Straßen kurzzeitig zu blockieren und die FaschistInnen bei der Abfahrt anzugreifen. Die Tendenz, dass die Bremer Aufmärsche immer weniger von norddeutschen KameradInnen unterstützt werden, sondern von einem großen regionalen Zusammenhang gestellt werden, setzte sich in Bremen-Nord fort. Somit war die Stimmung bei antifaschistischen Gruppen auch nicht unbedingt schlecht, als die NPD für den 19. Mai 2001 einen erneuten Aufmarsch in Vegesack anmeldete. Aus terminlichen Gründen verschob die NPD den Aufmarsch jedoch zweimal. Unter dem Motto "Arbeit für Millionen statt Profite für Millionäre" mobilisierte sie dann für den 23. Juni 2001 wieder zum Aumunder Marktplatz. Vorbereitungen für den 23. Juni Das linksradikale Bündnis diskutierte unterdessen verschiedene Möglichkeiten, Protest am 23. Juni da anzubringen, wo er hingehört: am Ort / auf der Route des Naziaufmarsches. Eine antifaschistische Demo am Tag X wurde verworfen, da die letzte am 17. März nicht effektiv war und die ganze Zeit von einer Hundertschaft Polizei eingekesselt begleitet wurde. Der 23. Juni 2001 Obwohl rund um den Aufmarsch mehrere hundert SchülerInnen, autonome AntifaschistInnen, deutsche und ausländische BürgerInnen unterwegs waren, konnten diese den Aufmarsch letztlich nicht verhindern. Unzählige Platzverweise, 28 Festnahmen (zum Teil mit ED-Behandlung) und brutale Knüppeleinsätze machten den Protest gegen den faschistischen Mob unmöglich. Einige junge SchülerInnen, die eine kurze Sitzblockade versuchten, wurden von PolizistInnen brutal weggeknüppelt. Ein paar junge Menschen, die ein Transparent an einer Brücke befestigen wollten, wurden unter fadenscheinigen Begründungen festgenommen. Eine Sprecherin des Bündnisses autonomer Gruppen in Bremen sagte dazu: "So wie die Polizei heute den Nazis den Weg freigeknüppelt hat, müssen wir leider mit weiteren Naziaufmärschen in Bremen rechnen. Das Polizeikonzept ist doch eine klare Einladung an alle Rechten bundesweit, kommt nach Bremen, dort könnt ihr ungestört demonstrieren." Auf dem "Rock gegen Rechts" waren zeitgleich Reden und verschiedene Musikbeiträge zu hören. Allerdings schien das nur wenige Menschen wirklich zu interessieren, es waren dort zeitweise nur um die 100 Menschen anwesend. Vom NPD-Aufmarsch bleibt zu berichten, dass die Nazis eine reibungslose An- und Abfahrt hatten. Viele PKW kamen aus Bremen, Bremen-Nord und dem Umland. Die Unterstützung von norddeutschen KameradInnen war so gering wie noch nie, was auf eine weitere Erstarkung der Bremer Szene hinweist.
Nach der Abfahrt aus Bremen-Nord waren einige der NPD-lerInnen von ihrem Aufmarscherfolg wohl so verzückt, dass sie mit wehenden NPD-Flaggen im Citybereich und rund um die Bürgerweide umherfuhren. Anschließend fuhren viele der Nazis nach Kirchseelte. Dort fand auf dem Gelände von Robert Warnecke ein "Liederabend" statt. Im Laufe des Abends reisten noch weitere FaschistInnen aus ganz Norddeutschland an. Und jetzt? Ob Herr Böse und seine Polizei ihr Konzept von "Null Toleranz" noch ein weiteres Mal durchziehen können, wird sich ebenfalls beim nächsten Aufmarsch zeigen. Während er und andere auf das NPD-Verbot warten, ziehen die braunen RattenfängerInnen weiter durch Bremen und Umlandgemeinden und werben neue MitläuferInnen. Davon scheint es in Bremen einige zu geben - manche würden sogar Bomben legen, um unliebsame GegnerInnen auszulöschen. Deshalb gilt auch in Zukunft: Antifaschistische Infogruppe Bremen |
||||||||||||||||
|
|||||||||||||||||