Nerven, Drohen, Klagen ...
... bremen.antifa.net als Dorn im rechten Auge - eine Dokumentation.
Wir sind im Netz!
Am 1. November 2001 geht bremen.antifa.net online. Binnen weniger Tage besuchen hunderte Interessierte die Seiten, viele tragen sich ins Gästebuch ein oder nehmen per eMail Kontakt auf.
Auch regionale Neonazis bekommen Wind vom neuen Online-Angebot und machen sich bemerkbar - im Gästebuch, mit eMails.
Hackmann und Backes die Erste
Andreas Hackmann ist eine der Nervensägen, die sich ganz von Anfang an im Gästebuch verewigen. In einem seiner ersten Beiträge bezieht er sich auf untenstehendes Foto, welches regionale Nazis - darunter auch Alexander Backes (rechter Bildrand) - beim Nazi-Aufmarsch am 23. Juni in Bremen-Nord zeigt:

Am 5. November 2001 schreibt er:
freundchen,der auf dem foto bin ich garnicht! fehlt doch der bart! aber ich bin ja eh unwichtig,oder?
(Hackmann bezieht sich auf die damalige Bildunterschrift, welche irrtümlicherweise ihn als den Nazi-Affen am rechten Rand benannte.)
Das wäre alles ziemlich nebensächlich, hätte "Hacki" nicht einige Wochen später eben diesem Alexander Backes bei seiner Klage gegen bremen.antifa.net als Zeuge zur Verfügung gestanden, doch dazu später mehr.
offline
Ab dem 22. November 2001 ist die Seite nicht mehr erreichbar. Angeblich hat sich ein Nazi mit Hilfe seines Anwaltes bei unserem damaligen Provider über Fotos beschwert, auf denen er ohne Einverständniserklärung abgebildet ist. Der Provider sperrt die Seite panisch.
provisorisches Online-Dasein
Nach wenigen Tagen ist der komplette Inhalt der Seiten auf einem anderen Server wieder verfügbar, jedoch zunächst nur über die Adresse bremen.antifa.net.vu zu erreichen.
In der Folgezeit werden die Seiten überarbeitet.
Hackmann und Backes die Zweite
Zwischenzeitlich leitet der Bremer Neonazi Alexander Backes eine Unterlassungsklage ein. Vertreten durch die Hamburger Rechtsanwältin Gisa Pahl wird der damalige Besitzer der Domain aufgefordert, nicht länger darüber zu informieren, dass Backes und andere eine Anti-Antifa-Gruppe aufgebaut haben und in dieser Anschläge auf linke Einrichtungen planen und ausführen. Backes und sein Umfeld würden gewaltfrei arbeiten; Zeuge hierfür (prust!): Andreas Hackmann.
Die Vorwürfe sind inhaltlich lächerlich und rechtlich kaum haltbar:
Dass Alexander Backes massiv in der neofaschistischen Szene Bremens aktiv ist, lässt sich zweifelsfrei belegen. Dass er sich dabei auch von Gewalt als politischem Mittel nicht distanziert, ebenfalls. Insofern ist die zitierte Textstelle weder gelogen noch beleidigend. Es liegt an Alexander Backes allein, ob er sich weiter in rechtsextremen Gruppierungen politisch engagiert oder nicht. Und wenn er dies tut, so wird er die Konsequenzen tragen müssen. Dazu gehört auch, dass er als aktiver Neonazi benannt wird.
(Wir werden uns an dieser Stelle kein Urteil über die juristischen Fähigkeiten und politischen Ansichten von Frau Pahl erlauben, glauben aber dass die Herren Backes und Hackmann nicht zufällig eine Anwältin mit einer 100 km entfernten Kanzlei gewählt haben....)
Alexander Backes
Der Neonazi Alexander Backes fällt bereits Anfang der 90er Jahre durch Kontakte zur (mittlerweile verbotenen) "Nationalistischen Front" (NF) auf. Ende 1996 beteiligt er sich an der Gründung des Bremer Landesverbandes der NPD-Jugendorganisation "Junge Nationaldemokraten" (JN). Aus den Mitgliedern der JN-Gruppe entstehen 1997 die Bremer "Freien Nationalisten", bei denen Backes noch heute organisiert ist. Heute ist er einer der aktivsten Bremer Nazis und ist besonders damit beschäftigt, jüngere Nazis in die Strukturen der "Freien Nationalisten" einzubinden. Zur Zeit studiert er Sozialpädagogik an der Hochschule Bremen und arbeitet bei der Autovermietung "AVIS" als Fahrer.
Andreas "Hacki" Hackmann
Einen ausführlicheren Text über den Bremer Neonazi, der am 8. März 2002 stolz in einem regionalen Nazi-Gästebuch meinte "Ich finde es gibt hier kaum Pöbeleien von linker Seite. Schaut doch mal bei denen vorbei, unter "nazis.de" und "antifa-hannover.de" kann man prima mit denen im Forum diskutieren! Die Seite der Antifa-Bremen haben wir allerdings schon weg gepöbelt!", gibt es hier.
Einschätzung und Fazit
Dass bremen.antifa.net mehrere Monate nicht erreichbar war, hat mehrere Ursachen. Die Versuche von regionalen Nazi-Affen, die Seite aus dem Netz zu kriegen, gehören nicht dazu.
Vielmehr war für alle damals am Projekt Beteiligten der Aufbau und das Betreiben einer Internet-Seite Neuland: Es fehlte zum einen an Erfahrung mit der Pflege einer Internet-Präsenz, zum anderen an technischem Basiswissen. Dazu gehörte auch, wie eine Website vor technischen und juristischen Angriffen zu schützen ist.
Mittlerweile hat sich personell und strukturell einiges geändert und wir glauben solche Probleme in Zukunft vermeiden zu können.
Wir werden auch weiterhin über recht(sextrem)e Aktivitäten in der Region und die dafür Verantwortlichen berichten. Solange regionalen Neonazis der Inhalt unserer (nun auf einem amerikanischen Server liegenden) Seite stinkt, sind wir auf dem richtigen Weg.
Fight the right ones!
bremen.antifa.net, Juli 2002
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